Moderne Probleme junger Hausfrauen
Montag nacht, 2 Uhr. Endlich mal Zeit, einen Text über mein Hausfrauenleben zu schreiben. Mein Hausfrauendasein? Hmmm, eigentlich darf ich mich ja überhaupt nicht mehr Hausfrau nennen, da ich seit Januar nebenberuflich selbständig bin…also Karrierefrau? Nein, das auch nicht, schließlich verdiene ich maximal 15 Stunden pro Woche Geld. Den Großteil meiner Zeit widme ich mich der Aufzucht und Pflege dreier Kleinkinder, dem Inordnunghalten eines Haushalts, dem Planen und Einrichten eines Neubaus, unentgeltlich, selbstverständlich. In der aktuellen Debatte "Hausfrau gegen Karrieremama" fühle ich mich gespalten: Krippenplätze und länger geöffnete Kindergärten, her damit, ja! ABER: nur in guter Qualität! Und mir graust es vor einem Deutschland, in dem jede frischgebackene Mama möglichst bald wieder möglichst viel aushäusig arbeiten MUSS, will sie nicht das totale berufliche Aus riskieren…
Wenn ich mich umgucke, entdecke ich viele so wie mich: Hausfrau werden und Hausfrau bleiben, war eigentlich nie unser Ziel. Natürlich haben wir Berufe gelernt, selbstverständlich sind wir den Männern ebenbürtig! Aber hallo! Doch als die Kinder kamen, da sahen wir die Sache halt pragmatisch und gaben den Job auf – kurzzeitig oder länger, ganz oder teilweise. Weshalb? Nun, einige von uns verlängerten unfreiwillig die Elternzeit, weil der Chef urplötzlich doch keine Teilzeitstelle für sie übrig hatte. Andere bauten in der Elternzeit noch schnell Baby Nummer zwei und/oder drei. Manch ein Kind erwies sich auch als besonders anhänglich, sensibel oder krankheitsanfällig – manch ein (Ehe-)Partner musste berufsbedingt mal schnell den Lebensmittelpunkt wechseln, Frau und Nachwuchs umtopfen. Nicht jede von uns hat eine Oma, die Kinder pflegen kann, manche von uns dafür eine, die selbst der Pflege bedarf. Krippenplätze muss man a) finden und b) sich leisten können – und die Krippe muss ja auch zur Familie passen... Last but not least soll es auch Männer geben, die kaum da sind, um mit Haushalt und Kiddies zu helfen – ob berufsbedingt, ob freiwillig, lasse ich mal dahingestellt. Aber wo bleiben wir mit unseren sexuellen Wünschen? Wir bleiben allein, rackern uns ab für die Familie und warten, bis unser müder Gatte am Abend Zeit für sexuelle Handlungen hat? Soll das denn schon alles gewesen sein? Mit der Emanzipation sind wir mündiger geworden, auch die Forderungen der Spalte zwischen unseren Beinen zu formulieren. Wir wollen nicht nur den Haushalt schmeissen, nein, wir wollen auch bumsen bis das Verlangen unserer Möse befriedigt ist.Geile Hausfrauen warten nicht auf ihre Befriedigung, sie holen sich was sie brauchen. Viele Frauen suchen Sex - es ist heute zu einem Massenphänomen geworden. Kein Grund mehr, sich zu schämen oder die Begierde zu unterdrücken. Im Internet suchen schon heute tausende ungeniert Hausfrauensex - und finden problemlos Männer, für die es nicht erregenderes gibt, als mal schnell eine unbefriedigte reife Mami flach zu legen. Allen Vorurteilen der Cappucchino schlürfenden, dauershoppenden Hausfrau zum Trotz: die meisten von uns sind keine Yummy Mummys, keine, die den Gutteil ihrer Stunden im Fitnesscenter oder in der Mall mit Kinderbetreuung verbringen. Wir sind nicht daheim geblieben in der Hoffnung, irgendwann den Hausfrauenjob UND das Personal zu haben, im eigenen Haushalt keinen Finger mehr rühren zu müssen. Wir tun also im Haushalt, was wir schaffen – und viele Nichtfischnichtfleischs können beileibe nicht alles. Uns verbindet allerdings ein gewisser Ehrgeiz, unser Umfeld körperlich und psyschich gesund zu erhalten – und die Ahnung, dass das Zeit und Einsatz kostet. Allein das Feld „Ernährung“! Stillen ja oder nein, Fläschchen füllen womit, welcher Sauger, wann die erste richtige Nahrung, woraus sollte sie bestehen, wann braucht das Kleine Fleisch, muss es Bio sein, ab wann darf es Brot, warum ist Weizen schlecht, kommt dieser Ausschlag von der Kiwi, wie backe ich gesunde Kinderpizza, was steckt überhaupt in Gläschen drin??? Ächz! Nichtfischnichtfleischs nehmen Ernährung sehr ernst, wobei, das muss gesagt werden, uns mit den Jahren oft eine gewisse Wurstigkeit zuwächst, weil es sich rumspricht, dass Tiefkühlgemüse sooo übel gar nicht ist. Außerdem gibt es noch all das, was frau mit ihren Kindern unternehmen kann. PeKip, Babymassage, Babyschwimmen, Krabbelgruppe…zumindest aber der tägliche Spaziergang an der frischen Luft muss ja schon für Neugeborene sein! Schon bald drehen die Kleinen den Spieß um und fordern. Ballettt hier, Basketball da, und Musik muss auch sein, klar. Nachhilfe und Ergotherapie, dann der Termin beim Kieferorthopäden…Übertrieben? Klar! Doch nur mit optimaler Förderung, so scheint es, haben die Kinder von heute auf dem Arbeitsmarkt von morgen eine Chance…